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Auf einen Blick
- Für wen
- Eltern mit Babys und Kleinkindern bis etwa 5 Jahre
- Unter 2 Jahren
- Meist auf dem Schoß mit Schlaufengurt (Loop-Belt) – oder auf eigenem, bezahltem Sitz im zugelassenen Kindersitz
- Babynahrung
- Darf für die Reise auch über 100 ml ins Handgepäck – bei der Kontrolle separat vorzeigen
- Ausweis
- Seit 2024 kein Kinderreisepass mehr – Personalausweis oder Reisepass gibt es ab Geburt
Der erste Flug mit Baby oder Kleinkind wirkt oft wie eine kleine Expedition. Die gute Nachricht: Airlines und Flughäfen sind auf Familien eingestellt, und vieles wird leichter, wenn ihr die wichtigsten Regeln schon vorher kennt. Wichtig vorab: Jede Airline hat eigene Bestimmungen – zu Mindestalter, Kindersitzen, Kinderwagen und Babybetten. Was wir hier zusammenfassen, ersetzt nicht den Blick auf die Familien-Seite eurer Fluggesellschaft.
Ab wann dürfen Babys fliegen?
Ein einheitliches Mindestalter gibt es nicht – das legt jede Fluggesellschaft selbst fest. Manche Airlines nehmen Neugeborene erst nach den ersten Lebenstagen mit oder verlangen für sehr junge Babys eine ärztliche Bescheinigung, andere nennen gar keine Grenze. Schaut deshalb vor der Buchung in die Beförderungsbedingungen oder auf die Familien-Seite eurer Airline. Ob ein früher Flug für euer Baby passt, besprecht ihr am besten mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.
Schoß oder eigener Sitz?
Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren fliegen bei vielen Airlines auf dem Schoß eines Erwachsenen mit. Gesichert werden sie dann mit einem Schlaufengurt (Loop-Belt), der am Gurt des Erwachsenen befestigt wird – so beschreiben es zum Beispiel Condor und TUI fly. Pro Erwachsenem ist in der Regel nur ein Baby auf dem Schoß möglich; reist ihr mit zwei Kleinen zu zweit, plant für jedes Kind eine erwachsene Begleitperson ein.
Alternativ könnt ihr einen eigenen Sitzplatz buchen. Dann darf euer Kind in einem mitgebrachten, für Flugzeuge zugelassenen Kindersitz sitzen. Achtung bei Hin- und Rückflug: Wird euer Kind vor dem Rückflug zwei Jahre alt, braucht es für diesen Flug einen eigenen Sitz – darauf weist etwa Condor ausdrücklich hin.
Kindersitze an Bord
Nicht jeder Autokindersitz darf mit in die Kabine. Die Airlines verlangen eine Zulassung für die Nutzung im Flugzeug, meist erkennbar an einem entsprechenden Aufkleber. TUI fly nennt zum Beispiel eine Prüfnorm (ECE R44-03 oder höher) und den Hinweis „Zur Verwendung im Flugzeug“, Condor eine maximale Sitzbreite. Bei Eurowings wird der Sitz am Schalter auf seine Eignung geprüft. Klärt das unbedingt vor der Reise – sonst landet der Sitz im Frachtraum.
Buggy bis zum Gate
Bei vielen Airlines dürft ihr den Kinderwagen oder Buggy bis zum Gate oder bis zur Flugzeugtür mitnehmen. Dort wird er verladen und meist am Zielort wieder an euch übergeben. Kinderwagen, Buggys und Autositze fliegen bei vielen Gesellschaften kostenlos mit – Anzahl, Anmeldung und Ausnahmen (etwa Jogger oder Fahrradanhänger) unterscheiden sich aber. Manche Flughäfen wie Berlin BER oder Köln/Bonn verleihen außerdem kostenlose Buggys im Terminal; große Kinderwagen müsst ihr an manchen Flughäfen schon am Sperrgepäckschalter abgeben.
Flüssigkeiten und Babynahrung bei der Sicherheitskontrolle
Grundsätzlich gilt im Handgepäck: Flüssigkeiten nur in Behältern bis 100 ml, zusammen in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren 1-Liter-Beutel. Einige Flughäfen mit neuen CT-Scannern erlauben inzwischen größere Mengen – das gilt aber nicht überall und oft nicht am Flughafen eures Rückflugs. Prüft die Regeln deshalb für beide Flughäfen.
Für Babynahrung und Babymilch gibt es eine Ausnahme: Laut Bundespolizei und EU dürfen sie auch in größeren Mengen ins Handgepäck, wenn ihr sie während der Reise braucht. Packt Fläschchen, Gläschen und Milch in einen eigenen Beutel und zeigt sie bei der Kontrolle separat vor. Rechnet damit, dass sie gesondert geprüft werden – lässt sich ihre Ungefährlichkeit nicht feststellen, dürfen sie nicht mit. Nehmt also nur so viel mit, wie für die Reisezeit plausibel ist, plus etwas Puffer für Verspätungen.
Packt die Babymilch ganz oben ins Handgepäck. Dann habt ihr sie bei der Kontrolle sofort griffbereit – und nicht erst nach dem großen Auspacken!
Familien-Kontrollspuren
Einige deutsche Flughäfen haben eigene Kontrollspuren für Familien: Am BER gibt es den „Family Entrance“ für Familien mit Kindern bis 5 Jahre, Köln/Bonn hat eine „Kids' Lane“, und in Hamburg können Familien mit Kindern bis 6 Jahre die PRM/Family Lane nutzen. Lage und Bedingungen ändern sich – schaut kurz vor dem Abflug auf der Website eures Flughafens nach.
Druckausgleich bei Start und Landung
Viele Eltern geben ihrem Baby beim Start und vor allem beim Landeanflug die Brust, das Fläschchen oder den Schnuller – Saugen und Schlucken können den Druckausgleich in den Ohren erleichtern. Kleinkinder können an einer Trinkflasche nuckeln oder etwas kauen. Ist euer Kind erkältet oder hat Ohrenprobleme, sprecht vor dem Flug mit der Kinderarztpraxis.
Ausweise nicht vergessen
Seit 2024 stellt Deutschland keine Kinderreisepässe mehr aus. Auch Babys brauchen für Flüge ins Ausland ein eigenes Dokument: Innerhalb der EU reicht in der Regel der Personalausweis, für viele Ziele außerhalb der EU ist ein Reisepass nötig. Beides könnt ihr ab Geburt beantragen – plant einige Wochen Vorlauf ein und prüft die Einreiseregeln eures Ziellands beim Auswärtigen Amt.
Sitzplatzwahl und Babybett
Bucht, wenn möglich, eure Sitzplätze zusammen und frühzeitig. Ein Gangplatz macht Wickelpausen und kleine Spaziergänge einfacher, ein Fensterplatz bietet Ablenkung und eine Ecke zum Anlehnen beim Stillen. Notausgangsreihen sind für Reisende mit Baby auf dem Schoß in der Regel nicht erlaubt.
Auf Langstrecken bieten manche Airlines Babybetten (Bassinets) an, die an der Trennwand der ersten Reihe eines Kabinenabschnitts (Bulkhead) befestigt werden. Ihre Zahl ist begrenzt, Gewicht und Größe des Babys sind beschränkt, und genutzt werden dürfen sie nur, solange die Anschnallzeichen aus sind. Nicht jede Airline hat sie: Condor zum Beispiel bietet laut eigener FAQ keine Babybetten an Bord mehr an, bei TUI fly sind mitgebrachte Reisebetten und Babywannen in der Kabine nicht erlaubt. Fragt das Babybett also direkt bei der Buchung an.
Zeitplan am Flughafen
Mit Kindern dauert alles etwas länger: Wickeln, Kinderwagen abgeben, Fläschchen bei der Kontrolle vorzeigen. Plant deshalb großzügig Puffer ein und richtet euch nach den Check-in- und Boarding-Zeiten eurer Airline. Online-Check-in und – wo angeboten – Vorabend-Check-in sparen Zeit. Familien mit kleinen Kindern dürfen bei vielen Airlines zuerst einsteigen; manche Eltern teilen sich auf, damit einer schon vorgeht und der andere mit dem Kind möglichst spät an Bord kommt.
Handgepäck-Packliste
Häufige Fragen
Ab wann darf ein Baby fliegen?
Das legt jede Airline selbst fest. Manche nehmen Neugeborene erst nach einigen Lebenstagen mit oder verlangen ein ärztliches Attest. Prüft die Regeln eurer Fluggesellschaft und sprecht mit eurer Kinderarztpraxis.
Braucht ein Baby einen eigenen Sitzplatz im Flugzeug?
Nein, Kinder unter zwei Jahren fliegen meist auf dem Schoß mit Schlaufengurt. Ihr könnt aber einen eigenen Sitz buchen und einen für Flugzeuge zugelassenen Kindersitz nutzen.
Darf ich Babymilch mit durch die Sicherheitskontrolle nehmen?
Ja. Babynahrung und Milch, die ihr während der Reise braucht, dürfen auch über 100 ml ins Handgepäck. Zeigt sie bei der Kontrolle separat vor – sie werden gesondert geprüft.
Kann ich den Kinderwagen bis zum Flugzeug mitnehmen?
Bei vielen Airlines ja: Der Buggy wird am Gate oder an der Flugzeugtür verladen. Die genauen Bedingungen und die Anmeldung regelt jede Airline selbst.